Straße und Tribüne. Bilder vom 4. November

von Erhard Weinholz Die große Demonstration vom 4. November 1989 gehört zu den Ereignissen, auf die man bei Erkundungen der DDR-Geschichte und insbesondere des Verlaufs der 1989er Herbstrevolution unabhängig vom Kalendarischen immer wieder zurückkommt. Sie ist auch gut dokumentiert, zum Glück, denn auf die Erinnerungen der Zeitzeugen ist heute kein Verlass mehr. Als wir vor… Straße und Tribüne. Bilder vom 4. November weiterlesen

„Dichtung und Doktrin“ – 31 Literaten-Porträts von Klaus Bellin

von Ulrich Kaufmann Der Autor gibt uns eingangs eine schöngeistige Lesehilfe: Er erinnert daran, dass es Hölderlin war, der die Hälfte zu seinem Buchtitel „Was bleibet aber … Schriftsteller in der DDR“ beisteuerte, auch wenn letzterer nach „aber“ ein Komma gesetzt hatte. Der Leser wird „gewarnt“, da es sich bei diesen Essays „nur“ um DDR-Schriftsteller… „Dichtung und Doktrin“ – 31 Literaten-Porträts von Klaus Bellin weiterlesen

Weimarisches: „Kiss me, Kate“ im DNT und „Faust“ bei Schiller

von Wolfgang Brauer Man ist immer wieder verblüfft, wozu diese Bühne im Rücken Goethes und Schillers – ich meine nur Ernst Rietschels Doppelstandbild! – in der Lage ist. Seit 7. November 2025 fackelt das Deutsche Nationaltheater Weimar ein regelrechtes Musical-Feuerwerk ab: Cole Porters genialsten Wurf, „Kiss me, Kate“, inszeniert von André Kaczmarczyk. Kaczmarczyk, 1986 in… Weimarisches: „Kiss me, Kate“ im DNT und „Faust“ bei Schiller weiterlesen

Bernd Wilms (1940-2026). Ein Nachruf

Das Deutsche Theater trauert um seinen ehemaligen Intendanten Bernd Wilms Bernd Wilms | © Deutsches Theater Berlin „Verweile doch“ … der Satz stand damals als Leuchtinstallation in großen Lettern vor dem Eingang des Deutschen Theaters. Es war das Jahr 2008 – ein besonderes Jahr in der Geschichte des Hauses. Denn Bernd Wilms, der Intendant des… Bernd Wilms (1940-2026). Ein Nachruf weiterlesen

Rien ne va plus

von Jörn Schütrumpf Vielen Dank an Stephan Wohanka für „Russlands strategische Lage“. Dem Artikel lassen sich noch einige Details, zumeist aus russischen Quellen, hinzufügen: Seit 2022 kritisiert Leonid Iwashow, ein pensionierter russischer Generaloberst, die sogenannte „Militärische Spezialoperation“. Iwashow ist dem eher traditionellen imperialistischen Flügel der russischen Militärs zuzuordnen. Seine Kritik rührt also nicht aus pazifistischer… Rien ne va plus weiterlesen

Katechon – biblisch, aber keine Weihnachtsgeschichte

von Stephan Wohanka Denn das Geheimnis des Frevels ist bereits wirksam, nur muss der, der es jetzt aufhält, erst hinweg getan werden.(Zweites Buch Thessaloniker 2,7) Es gibt schon eigenartige Gemeinsamkeiten…. Dass Trump und Putin eine dicke Tinte sind (waren?), ist hinlänglich bekannt. Es tun sich jedoch auch ganz andere Allianzen auf. Dass zwischen dem deutschstämmigen… Katechon – biblisch, aber keine Weihnachtsgeschichte weiterlesen

Seghers, Ostermeier – Fund-Stücke im Berliner Bühnenbetrieb (15)

von Reinhard Wengierek Am 10. November 1900 wurde in Mainz Netti Reiling geboren. Unter dem Namen Anna Seghers wurde sie eine weltberühmte Schriftstellerin. Im Studio Werkraum des Berliner Ensembles gibt es, auch im Gedenken an den 125. Seghers-Geburtstag, eine wie unter Hochspannung stehende Bühnenadaption ihres Romans „Transit“. Am 15. Dezember erhielt im Teatro Arena del… Seghers, Ostermeier – Fund-Stücke im Berliner Bühnenbetrieb (15) weiterlesen

„Man kann die Zeiger einer Uhr anhalten, nicht die Zeit selbst“

Vor 50 starb der Schriftsteller, Sachbuchautor, und Anwalt für die Gerechtigkeit Frank Arnau. Nach den gängigen bundesrepublikanischen Lexika war Arnau Publizist und Schriftsteller, der insbesondere durch Kriminalromane und Novellen bekannt wurde. Das ist nicht einmal die halbe Wahrheit. Er hat ein Zeitalter besichtigt. von Frank-Rainer Schurich Frank Arnau um 1974. Foto: Archiv Schurich Die Sicht… „Man kann die Zeiger einer Uhr anhalten, nicht die Zeit selbst“ weiterlesen

Erlesenes – Neues über Gereon Rath, ein schmerzvoller Gang über einen Jüdischen Friedhof und etwas Poesie

von Wolfgang Brauer Heute sind es drei Titel, die ich gerne empfehlen möchte. Viele Leserinnen und Leser sind Fans – oder auch nicht? – der Gereon-Rath-Romane Volker Kutschers. Band 10 endet ja ziemlich enigmatisch. Kutscher hat jetzt die Nachkriegsbiografie Raths enthüllt… Jacques Schuster, Chefredakteur der WamS, hingegen schrieb einen „literarischen Speziergang“ über den Jüdischen Friedhof… Erlesenes – Neues über Gereon Rath, ein schmerzvoller Gang über einen Jüdischen Friedhof und etwas Poesie weiterlesen

Er brachte die Dinge zum Reden

Am 4. Januar 2025 starb der Maler und Grafiker Manfred Butzmann nach schwerer Krankheit im Alter von 87 Jahren. von Klaus Hammer Er ist als politischer Akteur, listiger Provokateur, Partisan der Aufklärung, dokumentarischer Realist, Ein-Mann-Bürgerbewegung, Spurensicherer, Stadtarchäologe und Berlin-Chronist bezeichnet worden, doch alle diese Bezeichnungen geben nur Teilstücke seines mehr als sechzigjährigen Wirkens wieder. Er… Er brachte die Dinge zum Reden weiterlesen

Russlands strategische Lage

von Stephan Wohanka Mich wundert seit geraumer Zeit, dass die strategische Lage, in die sich Russland durch die Aggression gegen die Ukraine manövriert hat, gar nicht oder kaum erörtert wird; ich jedenfalls kenne keine einschlägigen Beiträge dazu… Geschichte als Inszenierung – Alexander P. Bubnov: Morgen auf der Kulikower Feld, 1947 (Ausschnitt). Je nach politischer Orientierung… Russlands strategische Lage weiterlesen

Von Feen und anderem Wundersamen

von Wolfgang Brauer Nach der Neujahrsnacht konnte man in den Berliner S- und U-Bahnzügen Seltsames beobachten. Unter den dicken Stepmänteln von älteren und jüngeren Frauen lugten Rocksäume aus himmelblauem oder rosafarbenem Tüll hervor. Hätten sie die Mäntel ausgezogen, wären bei einigen zarte Schmetterlingsflügel am Rücken aufgetaucht. Im vergangenen Jahr liefen mir Dutzende solch merkwürdig geputzte… Von Feen und anderem Wundersamen weiterlesen