von Ulrich Kaufmann Bettina Olbrich mit Harald Gerlach. Foto: Annegret Gerlach Am 28. Oktober 2024 starb die Theaterdramaturgin Bettina Olbrich nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 68 Jahren. Geboren wurde sie 1956 in Burg (Spreewald). Bis zu ihrem letzten Lebenstag tat sie alles, um den schriftstellerischen Nachlass ihres Mannes Harald Gerlach zu sichten und… Erinnerungen an Bettina Olbrich weiterlesen
Monat: November 2024
»Grüßen Sie alle, die ich als Genossen und Menschen achten kann.«
(Clara Zetkin an Wilhelm Pieck, 27. August 1924) Zusammengestellt und kommentiert von Jörn Schütrumpf Den Mangel an Legitimität, der jeder Diktatur anhaftet, wurde in der Sowjetunion und in den von ihr beherrschten Staaten durch »Säulenheilige« ausgeglichen; zumindest wurde es versucht. Neues zu erfinden, war dazu nicht nötig Denn wie das geht, hatte über Jahrhunderte die katholische… »Grüßen Sie alle, die ich als Genossen und Menschen achten kann.« weiterlesen
„Waren Sie schon immer so?“ – Von den Fragen nach dem Urgrund des Lebens. Neues vom Theater in Berlin
Die weit verbreitete Meinung von Menschen meiner Generation, die der ganz jungen wäre die einer moralisch verrotteten Bande, die bildungsfern und spaßversessen nur an das schnelle Geld und ihre „Work-Life-Balance“ – mit deutlichem Übergewicht des Zweiten – denke, ist medial produzierter Unsinn. Ganz nebenbei: wenn da etwas schief läuft bei unseren Kindern und Kindeskindern, geht… „Waren Sie schon immer so?“ – Von den Fragen nach dem Urgrund des Lebens. Neues vom Theater in Berlin weiterlesen
Am Scheideweg
von Stephan Wohanka Die ich rief, die Geister / Werd’ ich nun nicht losGoethe Sapere aude!Horaz / Kant Pieter Bruegel d.Ä. (zugeschrieben): Landschaft mit dem Sturz des Ikarus (um 1555-1568) Das gab es wohl noch nie in der neueren Menschheitsgeschichte: Wir haben keinen Begriff mehr von der Zukunft. Sie war etwas, was man zwar selbst… Am Scheideweg weiterlesen
Vom grünen Burgund in die Schluchten der Ardèche
Zwischen dem visionären „Jüngsten Gericht“, der einst weltweit größten Basilika und dem Höhlen-Bestiarium aus dem Paläolithikum von Klaus Hammer Beaune: Hôtel-Dieu. Innenhof. Foto: Anita Beloubek-Hammer (2024) Wenn man eine herbstliche Reise vom grünen Burgund bis in die Schluchten der Ardèche unternommen hat, dann sind die Eindrücke so vielfältig, dass man nicht weiß, welchen Erinnerungen man… Vom grünen Burgund in die Schluchten der Ardèche weiterlesen
Es gibt wieder Schokolade in Berlin, Koreaner gehen an die Front, Melania Trump wird fotografiert, und in Moskau achtet man auf den Brandschutz
„In der Nacht vom vergangenen Sonntag auf Montag [11. November 2024 – H.Jak.] ab genau 3.14 Uhr hatten Süßigkeiten-Fans angefangen, in der Mall of Berlin vor dem Geschäft von Lindt Schlange zu stehen, um eine der begehrten 150-Gramm-Tafeln zu ergattern“, berichtete die Berliner Zeitung dieser Tage. Da der Hype um diese Süßigkeit offenbar vorrangig über die bei… Es gibt wieder Schokolade in Berlin, Koreaner gehen an die Front, Melania Trump wird fotografiert, und in Moskau achtet man auf den Brandschutz weiterlesen
„… meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes…“*
Das Ding hat einen sperrigen Namen, aber die Lektüre lohnt sich: „Leipziger Autoritarismusstudie 2024“. Allerdings konnten sich die Soziologen der Leipziger Uni einen reißerischen Titel nicht verkneifen: „Vereint im Ressentiment“. Aha, denkt man, es geht mal wieder um den demokratieunwilligen Osten und winkt ab. Weit gefehlt. Untersucht werden gesamtdeutsche Befindlichkeiten. Und die Forscher kommen zu… „… meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes…“* weiterlesen
Harzwanderung (fast) ohne Heine – Rund um den Arnstein
Burgruine Arnstein vom Schlossgraben. Foto: W. Brauer (2024) Vor genau 200 Jahren wanderte der Göttinger Student Heinrich Heine quer über den Harz nach Ilsenburg und schrieb danach ein berühmt gewordenes Buch. An dem muss sich seither jeder messen lassen, der irgendwie den Harz und seine Umgebung bewandert und sich dann an den Schreibtisch setzt. Nur… Harzwanderung (fast) ohne Heine – Rund um den Arnstein weiterlesen
„… mit den Augen der Wissenden“ – Helene Weigel und das Judentum
Helene Weigel gehört zu den großen Ausnahmeschauspielerinnen des Welttheaters des 20. Jahrhunderts. Wolfgang Pintzka gab diesen Band mit Texten Bertolt Brechts und Fotos Gerda Goedharts 1959 im Henschelverlag Berlin heraus. Immer noch eines der schönsten Bücher über die Weigel, wie ich finde. (Sammlung W. Brauer) Geboren wurde sie als zweite Tochter des „Correspondenten“ Siegfried Weigl… „… mit den Augen der Wissenden“ – Helene Weigel und das Judentum weiterlesen
DDR-SF – gab es die?
von Klaus Möckel Hundert Zeilen über die DDR-SF? Mir will scheinen, an ihrer Stelle könnten einfach die folgenden zwei stehen: Schade, dass sie vor zehn Jahren eines so jähen Todes sterben musste! Sie war ja – vor allem zuletzt – recht gut in Schwung gekommen. Lichtjahr 1. Der Phantastik-Almanach erschien 1980 im Verlag Das Neue… DDR-SF – gab es die? weiterlesen
Von Chaplins „Großem Diktator“ und hormongesteuerten Pavianen
Am Dienstag, dem 5. November, wird in den Vereinigten Staaten von Amerika ein neuer Präsident gewählt. Oder eine Präsidentin. Wir werden sehen. Zu den großen Merkwürdigkeiten des Wahlkampfes hinter dem großen Teich zählt immer, dass er regelmäßig auf Deutschland überschwappt. Voller Empathie wird das Gerangel um den künftigen Hausherren des Weißen Haues – o.k., die… Von Chaplins „Großem Diktator“ und hormongesteuerten Pavianen weiterlesen