von Wolfgang Brauer Das späte Mittelalter war von heftigen Auseinandersetzungen in den Städten Europas gekennzeichnet. Verkürzt gesagt ging es darum, die Vorherrschaft der patrizischen Großkaufmannsfamilien zu beschränken und den Zünften bzw. Gilden der Handwerker ein Mitspracherecht in den kommunalen Angelegenheiten zu sichern. „Revolutionären Charakter“, wie in der linken Geschichtsschreibung gern behauptet wird, trugen diese Kämpfe… Vor 585 Jahren: Als Berlin einmal aufsässig war… weiterlesen
Kategorie: Geschichtliches & Philosophisches
„Das Hohelied vom Fünfjahrplan“. Georg Lukács und Johannes R. Becher über den sowjetischen Fünfjahrplan 1928 bis 1933
der große Entwurf zugeschüttet vom Sandsturm der RealitätenHeiner Müller, Fatzer + Keuner Umschlag der Erstausgabe. Foto: Sammlung W. Brauer Georg Lukács bespricht kurz nach dem Erscheinen die große Hymne, die Johannes R. Becher dem ersten Fünfjahrplan der Sowjetunion gewidmet hat. „Der große Plan“ erscheint 1931 als Buch im Berlin-Wiener Agis-Verlag. Gemeint ist der Fünfjahrplan von… „Das Hohelied vom Fünfjahrplan“. Georg Lukács und Johannes R. Becher über den sowjetischen Fünfjahrplan 1928 bis 1933 weiterlesen
Machen „große Männer“ Geschichte?
von Stephan Wohanka Der Historiker Heinrich von Treitschke meinte zu wissen: „Große Männer machen Geschichte“. Sind Tyrannen, Ignoranten, Idealisten, Narzissten und Rebellen, die „Geschichte machen“, auch „große Männer?“ François Gérard (1770-1837): Napoleon im Krönungsornat (1805). Der Kaiser schenkte dieses Bild gern mehr oder weniger befreundeten Monarchen. Foto: Sammlung W. Brauer. Die Geschichte des Sozialismus führt… Machen „große Männer“ Geschichte? weiterlesen
Der Lohn des Fleißes – ein Zug voller Kunst
von Gerhard Lehrke Man raube einem unterworfenen Volk seine Kultur und trage so zu seiner Erniedrigung und Schwächung bei – mit dem korrupten Nebeneffekt, dass man sich mit der Beute die eigenen Museen und (Privat-)Sammlungen auffüllt. So handhabte es Deutschland mit dem besetzten Polen im Zweiten Weltkrieg. Ein Mann brachte es jedoch fertig, schon ein… Der Lohn des Fleißes – ein Zug voller Kunst weiterlesen
Dem „Weltdorf“ unter den Teppich geschaut…
von Wolfgang Brauer Das niedersächsische Worpswede wird immer wieder mal gern als „Weltdorf“ bezeichnet. Das bezieht sich nicht zuletzt auf die sich seit 1889 zu einer Künstlergemeinschaft zusammengefunden habenden Maler und Grafiker Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Hans am Ende, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler. Was dabei meist verschwiegen wird, ist die Herkunft des Begriffes „Weltdorf“.… Dem „Weltdorf“ unter den Teppich geschaut… weiterlesen
Von der Notwendigkeit des Erinnerns
von Axel Matthies Ich bin, soweit ich mich erinnere, Hans Kaufmann nie persönlich begegnet. Ich habe ihn in keinem Filmbeitrag gesehen, seine Stimme nie gehört, und vielleicht nicht einmal ein Foto betrachtet. Selbst heute, wo man im Internet nahezu alles findet, ist sein Name selten aufzuspüren. Ich habe ihn in den 1970er Jahren entdeckt; das… Von der Notwendigkeit des Erinnerns weiterlesen
Goethe – Heine – Brecht – Braun. Hans Kaufmann zum 100. Geburtstag
von Ulrich Kaufmann Als Sohn eines Dienstmädchens und eines Textilzeichners wurde Hans Kaufmann am letzten Märztag des Jahres 1926 in Berlin geboren. Er stammt aus einer sozialdemokratisch geprägten, kulturinteressierten Familie. Die Eltern standen im Kampf gegen Hitler. Vater Georg erlebte noch den Redner Karl Liebknecht, er selbst nahm 1946 am Vereinigungsparteitag teil. Seine Ehefrau Minna… Goethe – Heine – Brecht – Braun. Hans Kaufmann zum 100. Geburtstag weiterlesen
James Cook im Zwielicht
von Wolfgang Brauer Vor mir liegt eine Karte des Pazifischen Ozeans, der größten Wasserfläche unseres Planeten. Er deckt rund 35 % der gesamten Erdoberfläche ab. Das sind Ausmaße, die eigentlich das menschliche Fassungsvermögen übersteigen. Auch mein Atlas scheitert an der präzisen Darstellung dieser Dimensionen. Die Karten wurden immerhin in Australien gezeichnet, mithin von Geografen, die… James Cook im Zwielicht weiterlesen
Ein Schlussakkord: Womacka in Marzahn
von Wolfgang Brauer Berlin-Marzahn als kunstfreundlicher Ort? Vielen wird schon diese Frage als Unding an sich erscheinen. Dabei legte eine Arbeitsgruppe des Verbandes bildender Künstler der DDR noch vor dem Beginn der ersten Tiefbauarbeiten (3. März 1975 an der heutigen Allee der Kosmonauten in Höhe des heutigen S-Bahnhofes Springpfuhl) am 10. Februar 1975 eine „Rahmenkonzeption… Ein Schlussakkord: Womacka in Marzahn weiterlesen
Deutscher Selbstbegriff heute
von Stephan Wohanka Man muß wissen, daß der Zustand eines Volkesvon dem Begriff abhängt, den es von sich hat.Johann Gottlieb Fichte Fichte betont in seinen „Reden an die deutsche Nation“ (1807/08) den geistigen Selbstbegriff eines Volkes als entscheidenden Faktor für dessen politische, kulturelle und moralische Verfassung. Wie steht es um Selbstbegriff des deutschen Volkes heute?… Deutscher Selbstbegriff heute weiterlesen
„Vom Grabe Lassalles“
von Holger Politt Vom 22. Juli 1917 bis zum 8. November 1918 war Rosa Luxemburg im Strafgefängnis in Breslau inhaftiert. In der sogenannten militärischen Schutzhaft – sie war keine Strafgefangene, ihr wurde aller drei Monate ein weiterer Haftbefehl zugestellt – kam sie an der einen oder anderen Stelle zu kleinen Erleichterungen, die helfen konnten, die… „Vom Grabe Lassalles“ weiterlesen
Straße und Tribüne. Bilder vom 4. November
von Erhard Weinholz Die große Demonstration vom 4. November 1989 gehört zu den Ereignissen, auf die man bei Erkundungen der DDR-Geschichte und insbesondere des Verlaufs der 1989er Herbstrevolution unabhängig vom Kalendarischen immer wieder zurückkommt. Sie ist auch gut dokumentiert, zum Glück, denn auf die Erinnerungen der Zeitzeugen ist heute kein Verlass mehr. Als wir vor… Straße und Tribüne. Bilder vom 4. November weiterlesen
„Man kann die Zeiger einer Uhr anhalten, nicht die Zeit selbst“
Vor 50 starb der Schriftsteller, Sachbuchautor, und Anwalt für die Gerechtigkeit Frank Arnau. Nach den gängigen bundesrepublikanischen Lexika war Arnau Publizist und Schriftsteller, der insbesondere durch Kriminalromane und Novellen bekannt wurde. Das ist nicht einmal die halbe Wahrheit. Er hat ein Zeitalter besichtigt. von Frank-Rainer Schurich Frank Arnau um 1974. Foto: Archiv Schurich Die Sicht… „Man kann die Zeiger einer Uhr anhalten, nicht die Zeit selbst“ weiterlesen
Entlang der Mauer von Bernau
von Wolfgang Brauer Die mittelalterliche Stadt grenzte sich deutlich gegen ihre ländliche Umgebung ab. Dabei spielte es keine Rolle, ob es sich um eine Freie Reichsstadt wie das altehrwürdige Köln am Rhein – lange die bevölkerungsreichste Stadt des Reiches – oder das im heutigen Landkreis Märkisch-Oderland gelegene Ackerbürgerstädtchen Altlandsberg handelt, das im 15. Jahrhundert keine… Entlang der Mauer von Bernau weiterlesen
Erlesenes – ein bayerischer Dichter, Fememorde und Juden in der Linken
von Wolfgang Brauer Oskar Maria Graf (1894-1967) gehört zu den großen deutschen Erzählern des 20. Jahrhunderts. Manche stecken ihn, der seine bajuwarischen Prägungen zeitlebens nie verleugnete – sie sind für seinen Erzählstil essentiell –, in die Schublade der Voralpentümelei. Da gehört er nicht hin. Und Graf mit Ludwig Thoma zu vergleichen, verbietet sich angesichts der… Erlesenes – ein bayerischer Dichter, Fememorde und Juden in der Linken weiterlesen