Keine Fregatten, Kanus!

von Wolfgang Brauer Es gibt Stoffe, die man auch im Theater nicht anfassen kann, ohne nicht gleich in das Historisieren zu verfallen. Leicht schwingt sich dann die Wertungskeule. Manchmal genügt ein Reizwort: „Russland“ zum Beispiel. 1859 lief mit einem gewissen Erfolg im Berliner Wallner-Theater Gustav von Mosers Einakter „Wie denken sie über Rußland?“ Der Kapellmeister… Keine Fregatten, Kanus! weiterlesen

Patria o muerte! Eine „unstatthafte“ Überlegung?

von Heinz Jakubowski Spätestens seit Donald Trump auch die Vereinnahmung Kubas in sein Imperium avisiert hat, ist die karibische Insel wieder in eines der Zentren globaler Machtspiele gerückt. Es ist keine Frage: Was Washington Kuba mit seiner seit Jahrzehnten anhaltenden Blockade antut, ist in höchstem Maße inhuman, ja verbrecherisch, zumal der Grund dafür ein höchst… Patria o muerte! Eine „unstatthafte“ Überlegung? weiterlesen

Figurentheaterfest und Chodowiecki-Stiche – Kulturtipps für den Sommer

von Wolfgang Brauer Papiertheater am Ring: „Hänsel und Gretel“. Foto: W. Brauer (2026). In diesem Jahr werden Sabine und Armin Ruf mit „Der Wolf und die sieben Geißlein“ dabei sein. Im thüringischen Lehesten – das liegt im Süden des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt unmittelbar am Rennsteig – gibt es auch in diesem Sommer etwas ganz Besonderes zu… Figurentheaterfest und Chodowiecki-Stiche – Kulturtipps für den Sommer weiterlesen

ABBA, Netrebko, Crème-Fraiche – Sommerspäße als Fund-Stücke im Berliner Bühnenbetrieb (23)

von Reinhard Wengierek ABBA in Steglitz, Netrebko in Mitte und Frischkäse aus Wedding, jetzt werden die Sommerspäße rausgehauen. Es schwankt da zwischen Schwank, Sketch, Show, Comedy und Ballermann. Aberwitz höherem Blödsinn und niederem. Es kann auch nichts schaden, wenn man zuvor ein bis drei Gläschen Prosecco kippt. Prost! * EINS: DT – Die Netrebko macht… ABBA, Netrebko, Crème-Fraiche – Sommerspäße als Fund-Stücke im Berliner Bühnenbetrieb (23) weiterlesen

Mörderischer Fortschritt

von Stephan Wohanka Europäischen Geistesheroen wie Kant und Rousseau setzten die Aufklärung ins Werk – der Kern ihrer Botschaft ist nicht schlicht „Menschen seid vernünftig“, sondern bindet diese Vernunft an die Gesellschaft: Kann selbige Institutionen schaffen, die der Vernunft systematisch bessere Chancen eröffnen als (vorherige) Willkür, Dogma oder Gewalt? Das ist eine wichtige Unterscheidung. Die… Mörderischer Fortschritt weiterlesen

Hilflose Demokratiefreunde

von Jörn Schütrumpf Jüngst, auf einer Tagung in Konstanz, hat Jan Philipp Reemstma mit seinen Zweifeln an der Verwendbarkeit des Faschismusbegriffs bei der Entschlüsselung heutiger Erfolge rechter Demokratiebekämpfer (m/w/d) Widerspruch geerntet – vor allem aus der Nachhut des Adorno-Lagers. Man weiß nicht ganz genau, warum. Theodor Adornos Analysen des „autoritären Charakters“ zeigten, so wichtig sie… Hilflose Demokratiefreunde weiterlesen

Nichts ist erledigt – „Die Hexen von Bernau“ im TiP

von Wolfgang Brauer 1617 besuchte der brandenburgische Kurfürst Johann Sigismund – der als entscheidungsschwach geltende Hohenzoller litt an den Folgen eines Schlaganfalls und war kaum mehr aktionsfähig – die Stadt Bernau, eine vor sich hinsiechende, einst mächtige und stolze Kommune, die lange Zeit selbst dem benachbarten Berlin Paroli bieten konnte. Kurz nach dem Passieren des… Nichts ist erledigt – „Die Hexen von Bernau“ im TiP weiterlesen

Zadek-Familie auf Shakespeare-Expedition

von Reinhard Wengierek Am 19. Mai wäre der große Regisseur Peter Zadek 100 Jahre alte geworden. Für Reinhard Wengierek Anlass, das Buch von Klaus Pohl, Zadek-Schauspieler, noch einmal zur Hand zu nehmen. Und den Text darüber hervorzukramen, der vor sechs Jahren im Online-Magazin „Das Blättchen“ veröffentlicht wurde. Das amüsante, aufschlussreiche Pohl-Buch beschreibt im Rückblick die… Zadek-Familie auf Shakespeare-Expedition weiterlesen

Vor 585 Jahren: Als Berlin einmal aufsässig war…

von Wolfgang Brauer Das späte Mittelalter war von heftigen Auseinandersetzungen in den Städten Europas gekennzeichnet. Verkürzt gesagt ging es darum, die Vorherrschaft der patrizischen Großkaufmannsfamilien zu beschränken und den Zünften bzw. Gilden der Handwerker ein Mitspracherecht in den kommunalen Angelegenheiten zu sichern. „Revolutionären Charakter“, wie in der linken Geschichtsschreibung gern behauptet wird, trugen diese Kämpfe… Vor 585 Jahren: Als Berlin einmal aufsässig war… weiterlesen

Spiegel seelischer Gestimmtheit – Monika Meisers Bilder

von Klaus Hammer Sind das „innere Landschaften“, die zu glühen scheinen wie im Urlicht? Werfen sie einen Blick auf die Innenseite des Lebens? Sind es vielleicht aber auch Manifestationen der Seele? Abstraktion um ihrer selbst willen interessiert die Berliner Malerin und Graphikerin Monika Meiser – einst war sie praktizierende Mathematikerin – nicht. Was zählt, ist… Spiegel seelischer Gestimmtheit – Monika Meisers Bilder weiterlesen

„Hinterher ist man immer klüger“

von Wolfgang Brauer Im Jahr meiner Geburt drehte er mit Gerhard Klein (Regie) den Kinderfilm „Alarm im Zirkus“ (1954), seinen ersten „richtigen“ Film. Mit Klein als Regisseur sollten noch vier weitere Spielfilme folgen, darunter so epochale wie „Berlin – Ecke Schönhauser“ (1957) und die von vielen unterschätzte „Berliner Romanze“ (1956). Die Rede ist vom Drehbuchautoren,… „Hinterher ist man immer klüger“ weiterlesen