von Reinhard Wengierek Am 19. Mai wäre der große Regisseur Peter Zadek 100 Jahre alte geworden. Für Reinhard Wengierek Anlass, das Buch von Klaus Pohl, Zadek-Schauspieler, noch einmal zur Hand zu nehmen. Und den Text darüber hervorzukramen, der vor sechs Jahren im Online-Magazin „Das Blättchen“ veröffentlicht wurde. Das amüsante, aufschlussreiche Pohl-Buch beschreibt im Rückblick die… Zadek-Familie auf Shakespeare-Expedition weiterlesen
Kategorie: Angemerkt + Aufgelesen
„Hinterher ist man immer klüger“
von Wolfgang Brauer Im Jahr meiner Geburt drehte er mit Gerhard Klein (Regie) den Kinderfilm „Alarm im Zirkus“ (1954), seinen ersten „richtigen“ Film. Mit Klein als Regisseur sollten noch vier weitere Spielfilme folgen, darunter so epochale wie „Berlin – Ecke Schönhauser“ (1957) und die von vielen unterschätzte „Berliner Romanze“ (1956). Die Rede ist vom Drehbuchautoren,… „Hinterher ist man immer klüger“ weiterlesen
Manfred Jendryschiks doppelter Blick
von Ulrich Kaufmann Der 1943 geborene Jendryschik starb am18. Juni 2025 – mit 82 Jahren. Sein letztes Buch „Deckweiß für alle!“ konnte er nicht mehr in den Händen halten. Im Titel bezieht er sich auf den ersten Blick auf ein Arbeitsmaterial bildender Künstler. Jendryschik hat für seine Notizen neben den Literaten für tatsächlich auch bildende… Manfred Jendryschiks doppelter Blick weiterlesen
Dem „Weltdorf“ unter den Teppich geschaut…
von Wolfgang Brauer Das niedersächsische Worpswede wird immer wieder mal gern als „Weltdorf“ bezeichnet. Das bezieht sich nicht zuletzt auf die sich seit 1889 zu einer Künstlergemeinschaft zusammengefunden habenden Maler und Grafiker Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Hans am Ende, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler. Was dabei meist verschwiegen wird, ist die Herkunft des Begriffes „Weltdorf“.… Dem „Weltdorf“ unter den Teppich geschaut… weiterlesen
James Cook im Zwielicht
von Wolfgang Brauer Vor mir liegt eine Karte des Pazifischen Ozeans, der größten Wasserfläche unseres Planeten. Er deckt rund 35 % der gesamten Erdoberfläche ab. Das sind Ausmaße, die eigentlich das menschliche Fassungsvermögen übersteigen. Auch mein Atlas scheitert an der präzisen Darstellung dieser Dimensionen. Die Karten wurden immerhin in Australien gezeichnet, mithin von Geografen, die… James Cook im Zwielicht weiterlesen
Sigrid Damm schreibt über „Künstler meines Lebens“
„Die Empfindlichkeit uff die Worte“(Erwin Strittmatter) von Ulrich Kaufmann Sechs der Porträtierten sind Frauen. Die kunstsinnige und belesene Rosa Luxemburg ordnet Damm stillschweigend den Kunstschaffenden zu. Freudig überrascht wird der Leser, dass die vormalige Germanistin das Buch mit ihren literarischen Favoriten Iwan S. Turgenjew und Lew N. Tolstoj beginnt und abschließt. Die großen Russen geben… Sigrid Damm schreibt über „Künstler meines Lebens“ weiterlesen
Kriegslied
Anonym: Der Krieg (Flugbaltt aus dem Dreißigjährigen Krieg). Foto: Sammlung W. Brauer von Matthias Claudius s ist Krieg! s‘ ist Krieg! O Gottes Engel wehre,Und rede du darein!’s ist leider Krieg – und ich begehreNicht schuld daran zu sein! Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit GrämenUnd blutig, bleich und blaß,Die Geister der Erschlagenen… Kriegslied weiterlesen
Erlesenes – Goethe und Weimar und Stars aus Wernigerode
von Wolfgang Brauer Schreibende Menschen lesen in der ihnen eigenen Bescheidenheit am liebsten Texte und Zeitschriften, die sie selbst verzapft haben. Mir geht das nicht anders. Aber ich lese auch leidenschaftlich gern den Palmbaum, das „Literarische Journal aus Thüringen“. Diese Zeitschrift ist in den höchsten Tönen zu loben. Gegründet wurde sie 1993 in Jena von… Erlesenes – Goethe und Weimar und Stars aus Wernigerode weiterlesen
Sentenzen (6)
Gabrielle-Suzanne de Villeneuve (1685-1755) Es gibt kein Übel ohne ein Mittel dagegen, es sei denn der Tod. (Die Schöne und das Tier) Louis Carrogis Larmontelle (zugeschrieben): Madame de Villeneuve (1759). Foto: Public domain, via Wikimedia Commons Charles Duclos (1704-1772) Die Dummen leben nur von den Fehlern der geistreichen Leute. (Acajou und Zirphile) Johann Wolfgang von… Sentenzen (6) weiterlesen
„Nacht und Träume werden Licht“. Über eine verdrängte Friedenshymne
von Andreas Peglau Das übliche, staatlich, medial und „wissenschaftlich“ gestützte DDR-Verteufeln führt dazu, dass gleichzeitig eine Vielzahl bedeutender künstlerischer Leistungen mit in die Verdrängung gerissen werden. Das betrifft auch einen Text, der gerade heute wieder zu Gehör gebracht werden sollte. Die Grundlage für ihn wurde vor mehr als 200 Jahren gelegt – von Ludwig van… „Nacht und Träume werden Licht“. Über eine verdrängte Friedenshymne weiterlesen
„Dichtung und Doktrin“ – 31 Literaten-Porträts von Klaus Bellin
von Ulrich Kaufmann Der Autor gibt uns eingangs eine schöngeistige Lesehilfe: Er erinnert daran, dass es Hölderlin war, der die Hälfte zu seinem Buchtitel „Was bleibet aber … Schriftsteller in der DDR“ beisteuerte, auch wenn letzterer nach „aber“ ein Komma gesetzt hatte. Der Leser wird „gewarnt“, da es sich bei diesen Essays „nur“ um DDR-Schriftsteller… „Dichtung und Doktrin“ – 31 Literaten-Porträts von Klaus Bellin weiterlesen
Erlesenes – Neues über Gereon Rath, ein schmerzvoller Gang über einen Jüdischen Friedhof und etwas Poesie
von Wolfgang Brauer Heute sind es drei Titel, die ich gerne empfehlen möchte. Viele Leserinnen und Leser sind Fans – oder auch nicht? – der Gereon-Rath-Romane Volker Kutschers. Band 10 endet ja ziemlich enigmatisch. Kutscher hat jetzt die Nachkriegsbiografie Raths enthüllt… Jacques Schuster, Chefredakteur der WamS, hingegen schrieb einen „literarischen Speziergang“ über den Jüdischen Friedhof… Erlesenes – Neues über Gereon Rath, ein schmerzvoller Gang über einen Jüdischen Friedhof und etwas Poesie weiterlesen
Von Feen und anderem Wundersamen
von Wolfgang Brauer Nach der Neujahrsnacht konnte man in den Berliner S- und U-Bahnzügen Seltsames beobachten. Unter den dicken Stepmänteln von älteren und jüngeren Frauen lugten Rocksäume aus himmelblauem oder rosafarbenem Tüll hervor. Hätten sie die Mäntel ausgezogen, wären bei einigen zarte Schmetterlingsflügel am Rücken aufgetaucht. Im vergangenen Jahr liefen mir Dutzende solch merkwürdig geputzte… Von Feen und anderem Wundersamen weiterlesen
Horrorskop 2026
von Heinz W. Konrad Rembrandt: Faust. Radierung (um 1652) Januar: Das neue Jahr beginnt mit einem juristischen Paukenschlag. Mit großer Spannung wird das Urteil des Europäischen Verfassungsgerichts erwartet. Dieses letztinstanzliche deutsche Gremium hatte eine Klage des „Zentrums für politische Schönheit“ verhandelt, in der die Verfassungsmäßigkeit des deutschen Grundgesetzes infrage gestellt worden ist. Die Begründung wies… Horrorskop 2026 weiterlesen
Lebensbeobachter jenseits aller Wolkenkuckucksheime
Am 19. Dezember wäre Tankred Dorst 100 Jahre alt geworden. Er hat in Bayreuth den „Ring“ gemacht und wundersame, große poetische, ja phantastische Stücke fürs Theater geschrieben. Sie fehlen auf unseren Bühnen. Man muss sie nur neu entdecken. Sie haben uns nach wie vor sehr viel zu sagen. von Reinhard Wengierek „Ich glaubte mich berufen,… Lebensbeobachter jenseits aller Wolkenkuckucksheime weiterlesen