Gabrielle-Suzanne de Villeneuve (1685-1755)
Es gibt kein Übel ohne ein Mittel dagegen, es sei denn der Tod.
(Die Schöne und das Tier)

Louis Carrogis Larmontelle (zugeschrieben): Madame de Villeneuve (1759). Foto: Public domain, via Wikimedia Commons
Charles Duclos (1704-1772)
Die Dummen leben nur von den Fehlern der geistreichen Leute.
(Acajou und Zirphile)
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Welches Recht wir zum Regiment haben, darnach fragen wir nicht – wir regieren. Ob das Volk ein recht habe uns abzusetzen darum bekümmern wir uns nicht – wir hüten uns nur daß es nicht in Versuchung komme es zu tun.
Gesetzgeber oder Revolutionärs die Gleichsein und Freiheit zugleich versprechen sind Phantasten oder Scharlatans.
Es ist nichts schrecklicher als eine tätige Unwissenheit.
„Wenn man alt ist, muß man mehr tun als da man jung war.“
(Maximen und Reflexionen)

Johann Joseph Schmeller: Goethe diktiert seinem Schreiber John (1831, Ausschnitt); Anna-Amalia-Bibliothek Weimar. Foto: Sammlung W. Brauer
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Man hat Gewalt, so hat man recht.
Man fragt um’s Was? Und nicht um’s Wie?
Ich müßte keine Schiffahrt kennen:
Krieg, Handel und Piraterie,
Dreieinig sind sie, nicht zu trennen.
(Mephistopheles, Faust II)
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Das Land, das die Fremden nicht beschützt, geht bald unter.
(West-östlicher Divan, Noten und Abhandlungen)
Honoré de Balzac (1799-1850)
Die Habsucht beginnt, wo die Armut endet.
Eines der Übel, das den großen Geistern anhaftet, besteht darin, dass sie zwangsläufig alle Dinge verstehen, die Laster ebensogut wie die Tugenden.
(Verlorene Illusionen)
Carl Zuckmayer (1896-1977)
Die, mit denen wir gelebt haben, verlassen uns nicht. Es wird nichts, was jemals gedacht oder gewusst worden ist, wirklich vergessen. Die einzige Treue auf dieser Welt ist die unseres tieferen, unvergänglichen Gedächtnisses.
(Salwàre oder Die Magdalena von Bozen)
Marcel Reich-Ranicki (1920-2013)
… an eine nennenswerte pädagogische Funktion der Literatur habe ich nie gedacht, wohl aber an die Notwendigkeit des Engagements, das soll heißen: Obwohl die Schriftsteller nichts ändern können, sollten sie Änderung anstreben um der Qualität ihrer Arbeit willen.
(Aus meinem Leben)
Tankred Dorst (1925-2017)
PARZIVAL Warum verstecken wir uns vor den Menschen?
HERZELOIDE Wenn du unter Menschen kommst, bringen sie dich um.
PARZIVAL Warum?
HERZELOIDE Sie sind so. Sie sind so.

Wolfram von Eschenbach (um 1170-um 1220) ist der Schöpfer des „Parzival“ (1200/1210). Wolfram verstand sich aber Zeit seines Lebens mehr als Ritter denn als Dichter. Der Künstler seiner „Porträtseite“ im „Codex Manesse“ folgt ihm in dieser Auffassung. Foto: Sammlung W. Brauer
Die Idealisten, die Gralsucher, die Gründer von Tafelrunden und idealen Staaten, von neuen Ordnungen und Systemen, die mit ihren Theorien Erlösung versprechen und das große Glück über die Menschheit bringen wollen […] –, nicht nur Artus meine ich, ich meine auch andere, die viele hundert Jahre nach ihm gekommen sind –, die führen am Ende ganze Völker geradewegs in die Hölle!
(Merlin oder Das wüste Land)
Ludwig Wittgenstein (1889-1951)
Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.
(Tractatus logico-philosophicus)
Wilhelm Busch (1832-1908)

(Hernach, 1908)
Den Satz aus dem Divan sollte man dem unsäglichen Dobrindt als Plakat vor seinem Wohnhaus aufhängen.