Ein Geschenk für uns – Nachruf des Deutschen Theaters Berlin für Rosa von Praunheim

Lieber Rosa, immer, wenn Du hier bei uns warst, hattest Du ein Geschenk für uns dabei – meistens Würmer oder Spinnen aus Plastik. Oder andere schöne Dinge. Heute wollen wir Dir was schenken: Einen Luftkuss. Du bist der Beste! Viel Spaß bei Deiner Beerdigung. Und danach auf Deiner rosa Wolke. Wir vermissen Dich und hören Dich von Ferne lachen. Für das DT und viele Menschen hier am Haus, die Rosa kannten und sehr mochten!


Rosa von Praunheim. Foto: Deutsches Theater © Elfi Mikesch

Das Deutsche Theater verliert mit Rosa von Praunheim einen geliebten Künstler und einen engen Weggefährten. Rosa von Praunheim war ein Tausendsassa: „Filmemacher, Produzent, Schreiber und Dichter, begnadeter Maler, Aktivist und einer der großen Wegbereiter der Schwulen-Bewegung in Deutschland und weltweit. Filme, Interviews, Ausstellungen, Buchprojekte: Rosas Wohnung war ein lebendes Atelier; er arbeitete immer und an vielem gleichzeitig. Er war ein unruhiger Geist, der unsere Gegenwart mit Polemik und Neugier, Schärfe und Witz analysierte, dauerbedichtete und dauerbesang. Dass Rosa seit einigen Jahren auch Theaterstücke geschrieben und inszeniert hat, hat viel mit dem Deutschen Theater zu tun: Jeder Idiot hat eine Oma, nur ich nicht war sein erstes Stück – das Stück eines späten Debütanten; ein Theaterabend über sich selbst, geschrieben und uraufgeführt mit den beiden kongenialen Bühnenpartnern Heiner Bomhard und Božidar Kocevski im Jahr 2018 zum Anlass seines 75. Geburtstags. Auch sein zweites Theaterstück, Hitlers Ziege und die Hämorrhoiden des Königs, kam als eine Produktion der Autor:innenTheaterTage in den Kammerspielen zur Uraufführung. Mit dem Stück Die Insel der Perversen, in dem er über seinen eigenen Tod erzählt, hat Rosa seine DT-Trilogie im Jahr 2024 beendet. Aber was heißt hier schon beendet?!“

Dein DT

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