von Wolfgang Brauer Ich gebe zu, ich bin ein voreingenommener Müntzeraner. Das geht wahrscheinlich auf eine doppelte biografische Prägung zurück. Manche Kindheitserlebnisse erweisen sich später als nachhaltig. So mein erster Besuch des Schlosses Wernigerode irgendwann in den frühen 1960er Jahren. Das seinerzeit in den Räumen des im späten 19. Jahrhundert historistisch umgemodelten Baues installierte Museum… Auf Müntzers Spuren weiterlesen
Kategorie: Geschichtliches & Philosophisches
Auf der Schwelle zur Schönen neuen Welt
„Denn das Schöne ist nichts als desSchrecklichen Anfang…“Rainer Maria Rilke – erste Duineser Elegie von Heinz W. Konrad Hans Vaihinger, ein deutscher Philosoph, hat vor über hundert Jahren eine „Philosophie des Als ob“ entwickelt. Sie ist ebenso kompliziert wie umstritten, was aber hier nur angemerkt sein soll. „Es geht um jene eine Form des gesellschaftlichen… Auf der Schwelle zur Schönen neuen Welt weiterlesen
Nachdenken über die christliche Wahrheit
von Stephan Wohanka Obwohl getauft und konfirmiert gehöre ich keiner christlichen Religionsgemeinschaft an. Trotzdem gehe ich ab und an in die Kirche, so auch kürzlich anlässlich einer Taufe. Eine überengagierte Pfarrerin hielt einen Gottesdienst, der mir schnell sehr klar machte, dass ich gut daran tue, nicht der Institution Kirche anzugehören. Sie malte das Bild einer… Nachdenken über die christliche Wahrheit weiterlesen
Ein sadistischer Frauenmörder
von Frank-Rainer Schurich Roswitha W., Studentin der Physik an der Technischen Universität (TU) in Dresden im 4. Studienjahr, wollte am 9. November 1973, an einem Freitag, zu ihren Eltern nach Kleinmachnow fahren. Sie kam dort nie an. Die Mutter erstattete am 17. November beim Volkspolizei-Kreisamt (VPKA) Potsdam, Abteilung Kriminalpolizei, eine Vermisstenanzeige. Ihre Tochter hatte ihr… Ein sadistischer Frauenmörder weiterlesen
Delikatessen
von Erhard Weinholz Am 12. Oktober 1963 hat sich Mademoiselle Berthe Kohler verlobt – oder war es ihr Hochzeitstag? Auf der Menükarte jedenfalls zwei goldene Ringe. Überhaupt hat man hier mit Gold nicht gespart, auf dem Umschlag nicht und nicht im Innenteil, der eigentlichen Karte, und es ist alles von Hand gestaltet, die Narzisse in… Delikatessen weiterlesen
Ein unterschätzter Revolutionär -Michael Gaismair und der Tiroler Bauernkrieg
von Wolfgang Brauer Ein handfester Aufruhr lässt sich leicht anzetteln, wenn die Zeiten den Armen nur Not und Bedrängnis bringen. „Die Bösewichter müssen dran“, ist eine Forderung, der dann viele rasch folgen. Aber was dann? Die Gewalt, also die Herrschaft, müsse dem Volk gegeben werden, meinte Thomas Müntzer. Ja, es hatte sie – scheinbar jedenfalls… Ein unterschätzter Revolutionär -Michael Gaismair und der Tiroler Bauernkrieg weiterlesen
Karl Forster in Polen
von Holger Politt Karl Forster, Journalist und Zeitungsredakteur, 1950 in Nürnberg geboren, starb kurz vor Ostern in seiner Wahlheimat Berlin. Seinen Lebensweg prägten drei Organisationen, deren politischer Charakter sich für ihn bedingten, in jedem Fall nicht ausschlossen: die Partei Die LINKE (bzw. deren Vorgängerorganisation PDS), die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen… Karl Forster in Polen weiterlesen
Geschichtslektionen unter Tropensonne – im Rajabhakti Park von Hua Hin. Notizen aus Thailand (2)
Am südlichen Stadtrand von Hua Hin liegt der Rajabhakti Park, ein Park, der eigentlich keiner ist, sondern inklusive seiner Zufahrtsstraßen ein von Bismarckpalmen (Bismarckia nobilis) gesäumter riesiger Appellplatz des thailändischen Militärs. An seiner Frontseite wird der Platz begrenzt von einem halbrunden, 134 m langen und acht Meter hohen Sockel, auf dem sieben, jeweils knapp 14… Geschichtslektionen unter Tropensonne – im Rajabhakti Park von Hua Hin. Notizen aus Thailand (2) weiterlesen
„Der konfuse Zauberer“ – Adorno gegen Bloch 1968
von Holger Politt Einmal ins Institut für Sozialforschung in Frankfurt gelangt, ist der Weg zu den Schätzen nicht mehr weit! Gleich auf dem ersten Treppenflur der Kippspiegel, den der gewitzte Theodor W. Adorno – auf dem Stuhl sitzend – für das berühmte Selbstporträt nutzen konnte. Dahinter die Tür zur Adorno-Bibliothek. Die Wände des Raumes bis… „Der konfuse Zauberer“ – Adorno gegen Bloch 1968 weiterlesen
Der Karl-Marx-Städter Theaterbrand nach der „Tinka“-Generalprobe im Mai 1976
von Ulrich Kaufmann „war denn soviel aufwand nötig?“(Volker Braun) Gegen zwei Uhr in der Früh des fünften Mai 1976 brach ein Brand im Karl-Marx-Städter Schauspielhaus aus. Das Bühnenhaus war vernichtet. Der Schaden wurde auf 500.000 DDR-Mark geschätzt: „anruf hauswald, chefdramaturg karl-marx-stadt: schauspielhaus 2 uhr früh abgebrannt (nach der generalprobe).ziller, meves, schmidt, hartingers, schirmer, heide [tenner].… Der Karl-Marx-Städter Theaterbrand nach der „Tinka“-Generalprobe im Mai 1976 weiterlesen
Pömmelte – Eine Reise zu unseren Ursprüngen
von Wolfgang Brauer Ringheiligtum Pömmelte. Foto: Wolfgang Brauer/2023 Jedesmal, wenn ich bislang in Pömmelte war, pfiff ein erbarmungslos kalter Wind über die Weiten der Börde. Kommt er von Nordwesten, wird selbst im Binnenland der Atlantik spürbar – bis zur Nordsee ist ab hier die Landschaft offen. Kommt er von Südwesten, wird es auch nicht besser.… Pömmelte – Eine Reise zu unseren Ursprüngen weiterlesen
Ein Berliner Geschichtsbuch „von unten“ – Der Parkfriedhof Marzahn (3)
von Wolfgang Brauer Denkmal zur Erinnerung an die Opfer der Zwangsarbeit 1939-1945 Denkmal für die Opfer der Vereinten Nationen (1951-1998). Foto: Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf Ohne Einsatz von Zwangsarbeitern wäre die deutsche Wirtschaft im 2. Weltkrieg schnell zusammengebrochen. Allein in Berlin gab es mehr als 3000 Zwangsarbeiterlager. In Marzahn-Hellerdorf sind bislang mindestens 27 davon nachweisbar. Durch nicht… Ein Berliner Geschichtsbuch „von unten“ – Der Parkfriedhof Marzahn (3) weiterlesen
Ein Berliner Geschichtsbuch „von unten“ – Der Parkfriedhof Marzahn (2)
von Wolfgang Brauer Soldatenfriedhof für Gefallene des Ersten Weltkriegs Es scheint auf den ersten Blick merkwürdig, dass auf dem Parkfriedhof Marzahn fernab der Fronten ein Soldatenfriedhof für Gefallene des Ersten Weltkriegs existiert. Aber Berlin war ein wichtiger Lazarettstandort, viele Schulen und Kliniken dienten diesem Zweck. In der Nähe befinden sich zum Beispiel das Königin-Elisabeth-Krankenhaus und… Ein Berliner Geschichtsbuch „von unten“ – Der Parkfriedhof Marzahn (2) weiterlesen
Ein Berliner Geschichtsbuch „von unten“ – Der Parkfriedhof Marzahn (1)
von Wolfgang Brauer Fast am Rande der Stadt, eingepfercht zwischen einem großen (weitestgehend ehemaligen) Industriegebiet und westlich der stadtauswärts führenden Trassen der Wriezener Bahn, der S7 und der Märkischen Allee, befindet sich am Wiesenburger Weg der Parkfriedhof Marzahn. Eine städtische Anlage, die außerhalb des Bezirkes kaum jemand kennt. In den zahlreichen Führer zu den Friedhöfen… Ein Berliner Geschichtsbuch „von unten“ – Der Parkfriedhof Marzahn (1) weiterlesen
»Grüßen Sie alle, die ich als Genossen und Menschen achten kann.«
(Clara Zetkin an Wilhelm Pieck, 27. August 1924) Zusammengestellt und kommentiert von Jörn Schütrumpf Den Mangel an Legitimität, der jeder Diktatur anhaftet, wurde in der Sowjetunion und in den von ihr beherrschten Staaten durch »Säulenheilige« ausgeglichen; zumindest wurde es versucht. Neues zu erfinden, war dazu nicht nötig Denn wie das geht, hatte über Jahrhunderte die katholische… »Grüßen Sie alle, die ich als Genossen und Menschen achten kann.« weiterlesen