von Wolfgang Brauer Das späte Mittelalter war von heftigen Auseinandersetzungen in den Städten Europas gekennzeichnet. Verkürzt gesagt ging es darum, die Vorherrschaft der patrizischen Großkaufmannsfamilien zu beschränken und den Zünften bzw. Gilden der Handwerker ein Mitspracherecht in den kommunalen Angelegenheiten zu sichern. „Revolutionären Charakter“, wie in der linken Geschichtsschreibung gern behauptet wird, trugen diese Kämpfe… Vor 585 Jahren: Als Berlin einmal aufsässig war… weiterlesen
Autor: wolfgangbrauer
Spiegel seelischer Gestimmtheit – Monika Meisers Bilder
von Klaus Hammer Sind das „innere Landschaften“, die zu glühen scheinen wie im Urlicht? Werfen sie einen Blick auf die Innenseite des Lebens? Sind es vielleicht aber auch Manifestationen der Seele? Abstraktion um ihrer selbst willen interessiert die Berliner Malerin und Graphikerin Monika Meiser – einst war sie praktizierende Mathematikerin – nicht. Was zählt, ist… Spiegel seelischer Gestimmtheit – Monika Meisers Bilder weiterlesen
„Hinterher ist man immer klüger“
von Wolfgang Brauer Im Jahr meiner Geburt drehte er mit Gerhard Klein (Regie) den Kinderfilm „Alarm im Zirkus“ (1954), seinen ersten „richtigen“ Film. Mit Klein als Regisseur sollten noch vier weitere Spielfilme folgen, darunter so epochale wie „Berlin – Ecke Schönhauser“ (1957) und die von vielen unterschätzte „Berliner Romanze“ (1956). Die Rede ist vom Drehbuchautoren,… „Hinterher ist man immer klüger“ weiterlesen
Der Maler als Beobachter eines Welttheaters
von Klaus Hammer Harald Metzkes, diesen sensiblen, grüblerischen, zurückgezogen in Wegendorf (Märkisch-Oderland) lebenden Künstler, hat am 14. Mai 97-jährig der Tod ereilt. Einst formulierte er „Natur und Auge“, die Symbiose des Beglückenden und Bedrängenden, als sein Programm: „Ich erlebe, dass das Materielle mich beglückt und bedrängt, Menschen streicheln und rempeln. Der Konstruktion dieser Dinge zu… Der Maler als Beobachter eines Welttheaters weiterlesen
Dernieren zum Ende der Gorki-Intendanz Langhoff – Fund-Stücke im Berliner Bühnenbetrieb (22)
von Reinhard Wengierek 13 Jahre regierte Shermin Langhoff das Gorki-Theater mit harter und vor allem mit geschickter Hand. Sie formierte ein exquisites Ensemble; Regisseure starteten große Karrieren und präsentierten ästhetische Vielfalt. Das Kollektiv Langhoff entwickelte ein sogenanntes postmigrantisches Theater, das neuen Stimmen und Themen Raum gab und zum Sichtbarmachen hierzulande bislang eher unbekannter Lebensläufe und Milieus beitrug. Eine erfolgreiche… Dernieren zum Ende der Gorki-Intendanz Langhoff – Fund-Stücke im Berliner Bühnenbetrieb (22) weiterlesen
Circus Germania (7) – Über wilde Tiere, Dealmaker und Weißwäscher der AfD
von Wolfgang Brauer Der Wal „Timmy“ – den Namen erhielt der gestrandete Buckelwal wegen des Timmendorfer Strandes, da landete er erstmals an, ehe ihm seine Retter eine lange Leidenszeit in der Nähe der Insel Poel bescherten –, also genaugenommen sein Kadaver, wurde vor wenigen Tagen an der dänischen Küste angespült. Leider sind die dänischen Behörden… Circus Germania (7) – Über wilde Tiere, Dealmaker und Weißwäscher der AfD weiterlesen
Manfred Jendryschiks doppelter Blick
von Ulrich Kaufmann Der 1943 geborene Jendryschik starb am18. Juni 2025 – mit 82 Jahren. Sein letztes Buch „Deckweiß für alle!“ konnte er nicht mehr in den Händen halten. Im Titel bezieht er sich auf den ersten Blick auf ein Arbeitsmaterial bildender Künstler. Jendryschik hat für seine Notizen neben den Literaten für tatsächlich auch bildende… Manfred Jendryschiks doppelter Blick weiterlesen
Paulas Strafarbeit
von Wolfgang Brauer Bremen und Worpswede feiern in diesem Jahr „150 Jahre Paula“. Der Worpsweder Museumsverbund präsentiert neben der jeweiligen Dauerausstellung in jedem Haus eine sehr spezifische, Paula Modersohn-Becker gewidmete, Sonderausstellung, über die ich hier nicht urteilen will. Faszinierend fand ich Inès Longevials „Hautnah“ in der Kunsthalle. Möglicherweise nicht die Art des Malens, aber die… Paulas Strafarbeit weiterlesen
Figuren, durch die der Geist weht. Emerita Pansowová zu ihrem 80. Geburtstag
von Klaus Hammer Das plastische Werk der im brandenburgischen Prenden lebenden Emerita Pansowová trumpft nie auf. Ihren Figuren und Köpfen ist eine große Sensibilität eigen, der Sinn auch für Asymmetrie, die zum Lebendigen gehört, für feinste Verschiebungen der Teile. Man muss sich in ihr Werk hinein versenken. So wird sein Nuancenreichtum, über den die Form… Figuren, durch die der Geist weht. Emerita Pansowová zu ihrem 80. Geburtstag weiterlesen
„Das Hohelied vom Fünfjahrplan“. Georg Lukács und Johannes R. Becher über den sowjetischen Fünfjahrplan 1928 bis 1933
der große Entwurf zugeschüttet vom Sandsturm der RealitätenHeiner Müller, Fatzer + Keuner Umschlag der Erstausgabe. Foto: Sammlung W. Brauer Georg Lukács bespricht kurz nach dem Erscheinen die große Hymne, die Johannes R. Becher dem ersten Fünfjahrplan der Sowjetunion gewidmet hat. „Der große Plan“ erscheint 1931 als Buch im Berlin-Wiener Agis-Verlag. Gemeint ist der Fünfjahrplan von… „Das Hohelied vom Fünfjahrplan“. Georg Lukács und Johannes R. Becher über den sowjetischen Fünfjahrplan 1928 bis 1933 weiterlesen
Fortgesetzte Fremdbestimmung. Auch im Osten nichts Neues
von Stephan Wohanka Im Theater Ost findet seit einiger Zeit der „Perspektivwechsel- Eine deutsch-deutsche Diskussion“ statt, „ein Talkformat der Berliner Zeitung mit Holger Friedrich“. Am letzten, dritten Talk vor einigen Tagen konnte Friedrich durch widrige Umstände (die Begriffe „Learjet“ und „Kerosin“ fielen) nicht teilnehmen und so bestritten Behzad Karim Khani und Per Leo – ich… Fortgesetzte Fremdbestimmung. Auch im Osten nichts Neues weiterlesen
Berlin ist Spitze!
von Horst Jakob Zunächst: Fehlleistungen sind keineswegs ein Alleinstellungsmerkmal Berlins. Bauzeit und finale Kosten der Elbphilharmonie Hamburg oder des Stuttgarter Bahnhofs sollen hier als Beispiele genügen, wobei beide Bauwerke „nur“ in Bezug ihrer Bauzeit und -kosten Fehlleistungen sind. Die „Mutter“ der Geldverschleuderung in Berlin: der Schloss-Wiederaufbau. Foto: W. Brauer (2014) Nun aber: Dreimal Berlin, und… Berlin ist Spitze! weiterlesen
Me-Too im BE, Lehman-Banker bei den Vaganten – Fund-Stücke im Berliner Bühnenbetrieb (21)
von Reinhard Wengierek Wie die tollkühnen Lehmann-Brüder aus Bayern in Amerika zu Bank-Bossen wurden: eine wahnwitzige Story, eine Familiensaga, ein Wirtschaftskrimi von Stefano Massini. „Lehman Brothers. Aufstieg und Fall einer Dynastie“ ist ein Aufreger. Spannend erzählt von den Vaganten in ihrer Studiobühne neben dem Theater des Westens in der Kantstraße. „Ellen Babic“ ist der harmlose Titel einer… Me-Too im BE, Lehman-Banker bei den Vaganten – Fund-Stücke im Berliner Bühnenbetrieb (21) weiterlesen
Vom Schock der Wirklichkeit – Brâncuși in der Neuen Nationalgalerie
von Wolfgang Brauer Der rumänisch-französische Bildhauer Constantin Brâncuși (1876-1957) gehört zu den die Bildhauerei des 20. Jahrhunderts prägendsten Künstlern – neben Auguste Rodin nahm er wohl am nachhaltigsten auf die Ästhetik des skulpturalen Gestaltens Einfluss. Anders als Rodin überwand Brâncuși jedoch sehr früh in seinem Schaffen jegliche Bindung an wiedererkennbares figürliches Gestalten. Es gibt eine… Vom Schock der Wirklichkeit – Brâncuși in der Neuen Nationalgalerie weiterlesen
Frisch, fromm, fröhlich, frei!
von Heinz Jakubowski Die Turnfahrt. Aus: „Gut Heil! Ein Festgeschenk für Deutschlands turnende Jugend“ (1856). Foto: Sammlung W. Brauer Problemfrei waren sportliche Auseinandersetzungen sicher nie. Aber wie so oft: Die Dosis macht das Gift; hier jenes , das zumindest den „Kampfsport“ Fußball zunehmend rundum vergiftet. Immer mehr Gewalt rund um all die eigentlich sportlichen Kämpfe.… Frisch, fromm, fröhlich, frei! weiterlesen